Das Geschäft mit der Liebe

Sex ist käuflich – und manchmal auch die Liebe. Wobei es den Käufern in aller Regel bewusst ist, dass es sich nicht um die wahre Liebe handelt. Sofern sie realistisch sind und sich nicht von ihren Wunschvorstellungen blenden lassen. Die käufliche Liebe bzw. Sexualität ist in verschiedenen Varianten zu erhalten und hat durchaus nationale Eigenschaften, das Prinzip jedoch ist auf der ganzen Welt gleich. Menschen haben sexuelle Bedürfnisse, die sich mangels oder innerhalb einer Beziehung nicht befriedigen lassen können. Die einen haben gar kein Sexualleben, die anderen können ihre (geheimen) Wünsche in ihrer Beziehung nicht ausleben. Wieder andere nutzen das Angebot, um ihr Sexleben aufzupeppen und um sich Anreize zu holen. Denn das Geschäft mit der Liebe ist denkbar breit gefächert, für jeden ist etwas dabei.

Wobei es offenkundig ist, dass sich einige Angebote primär an das männliche Geschlecht richten. Hier werden die Unterschiede zwischen Mann und Frau in Bezug auf ihr Sexualleben ersichtlich – zumindest was die breite Masse angeht. Männer sind oftmals einfacher gestrickt, die primären Attribute des weiblichen Körpers sind ihnen vollkommen ausreichend für ihre Befriedigung.

Die Sexualität und auch der Körper der Frau ist komplexer als die des Mannes. Hier muss man nicht nur einfach die richtigen Knöpfe drücken damit die Frau zum Höhepunkt kommt, sondern Stichworte wie Romantik, Fantasie und Liebe sind für die meisten Frauen ebenso von großer Bedeutung. So richten sich Angebote wie Telefonsex oder auch die Pornografie vorwiegend an Männer, und die Statistiken belegen es auch: Über 90% der Käufer und Nutzer von Pornos gehören dem männlichen Geschlecht an. Auch Erotikmagazine und der Sextourismus sind Teilbereiche der Erotikbranche, die vornehmlich eine männliche Kundschaft haben. Dementsprechend sind sie auch ausgerichtet, so sind primär Zeitschriften mit spärlich bekleideten Damen in den Kiosken zu finden. Doch auch die Frau öffnet sich zunehmend dem erotischen Markt. Wobei hier weniger Telefonsex im Vordergrund steht, das begehrte Objekt des weiblichen Geschlechts ist das Sexspielzeug. Nicht nur für den alleinigen Gebrauch werden sie angeschafft, auch für die gemeinsame Verwendung innerhalb einer Beziehung.

Doch auch in anderen Bereichen haben Frauen Einzug gehalten. War Sextourismus vor wenigen Jahren nur die Sache der Männer, hat sich dies geändert. Die käufliche Liebe ist jedoch nicht nur im Urlaub ein Thema, sondern auch im Alltag. Wobei diese nicht auf der Straße oder im Bordell zu finden ist, sondern eher im privaten Bereich stattfindet, unter dem Deckmantel von z.B. einer Begleitagentur. Teilbranchen wie Telefonsex jedoch sind den Frauen eher fremd. Sie können sich nicht der Illusion hingeben, dass die erotische Stimme des Gegenübers auch tatsächlich das mit einem machen würde, wovon sie am Telefon spricht. Die Partnervermittlung hingegen ist bei Frauen gleichermaßen ein Thema wie bei Männern – und insbesondere die Anonymität im Internet wird gerne dazu benutzt, um nach potentiellen Partnern Ausschau zu halten. Stets mit der Hoffnung, die Liebe des Lebens zu finden. Wie der Traumpartner aussehen soll, dies wird uns in den Medien präsentiert. Jung und gutaussehend, erfolgreich und sportlich, humorvoll und kinderlieb – die Ansprüche sind hoch. Doch wenn die Liebe erst wie ein Blitz eingeschlagen hat, werden bei den Vorstellungen oftmals Abschläge gemacht – ohne dass es wirklich weh tut.